![]() | 17.03.2004 |
"Das ist mein absoluter Traumjob!"
Oliver Thomas hat das Singen zum Beruf gemacht und ist "absolut happy"
Von Sabine Küssner
Erst am Mittwoch gastierte er mit der SWR-Produktion "Fröhlicher Alltag" in Tauberbischofsheim, am Sonntag stand er bei der Starparade in der Stuttgarter Schleyer-Halle wieder auf einer großen Bühne: Oliver Thomas kann sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Der "große Blonde" aus dem Schwarzwald ist ein vielgefragter Sänger, der seinen Beruf über alles liebt. Allerdings ist er als Perfektionist
nie so richtig mit sich zufrieden, gab er im FN-Interview zu. Und dass die Mädels so sehr auf ihn abfahren, das versteht er zuweilen beim Blick in den Spiegel überhaupt nicht auch wenn er es genießt: "Es ist schon schön, wenn man so umschwärmt wird!".
FN: Oliver, Sie sind hier in Stuttgart gerade richtig abgefeiert worden. Wie fühlen Sie sich?
THOMAS: Sehr gut! Wenn man spürt, dass die Fans hinter einem stehen und richtig toll mitmachen das ist klasse!
FN: Können Sie sich überhaupt noch etwas anderes vorstellen als auf der Bühne zu stehen?
THOMAS: Um ehrlich zu sein nein! Es ist mein absoluter Traumjob und ich hoffe, dass ich ihn so lange wie möglich ausüben kann. Wenn man gerne singt, ist es das Größte, auftreten zu dürfen. Seit 1997 bin ich professionell unterwegs, habe allerdings zwischendurch meinen Zivildienst in einer Rückenklinik im Waldachtal gemacht. Das war eine große Umstellung. Ich war gewohnt, immer unterwegs zu sein und mir alles selbst einteilen zu können. Und auf einmal war da dieser geregelte Job... Aber es war eine sehr interessante Zeit.
FN: Dadurch haben Sie vielleicht auch gelernt, auf dem Boden zu bleiben.
THOMAS: Ich bin sowieso nicht der Typ, der dazu neigt, abzuheben. Erstens einmal bin ich sowieso schon so groß (lacht) und zweitens habe ich die richtigen Leute um mich herum, die mich sofort wieder auf den Boden der Tatsachen holen würden. Ich denke, es gehört zu meinem Erfolgsrezept dazu, dass ich so bin, wie ich wirklich bin.
FN: Es ist ja kein Geheimnis, dass Sie viele weibliche Fans haben. Gibt es denn irgendwas, das Sie an sich jedoch gar nicht so toll finden?
THOMAS: Ich bin ein Typ, der nie so richtig zufrieden ist mit sich selbst. Und das ist auch gar nicht so schlecht, weil man dadurch immer wieder neu den Ansporn spürt, weiter an sich zu arbeiten. Und wenn ich manchmal in den Spiegel sehe, verstehe ich gar nicht, dass die Mädels mich so mögen. Aber es ist schon schön, wenn man so umschwärmt wird! (lacht)
FN: Sie singen "No more Boleros" in Englisch. Ist das nur ein Ausflug oder spielen Sie schon mit dem Gedanken, einmal das "Fach" zu wechseln?
THOMAS: Grundsätzlich bin für alles offen. Früher musste ich als Alleinunterhalter auch jede Musikrichtung und Lieder in anderen Sprachen beherrschen. In meinem Bühnenprogramm zeige ich mich ebenfalls von verschiedenen Seiten. Plattenmäßig haben wir eine Linie gefunden, die sehr gut zu mir passt. Und wir bleiben auch bei der deutschen Musik. Allerdings sind mein Team und ich schon etwas "schlagerhafter" geworden, weil man dadurch ein größeres Publikum erreicht.
FN: Sie müssen ja auch selbst dahinter stehen können.
THOMAS: Es passt einfach besser zu mir, weil ich denke und hoffe, dass ich immer noch ein jugendlicher Typ bin (lacht).
FN: Was denken Sie über "Deutschland sucht den Superstar"?
THOMAS: Es hätte schon einen Reiz für mich gehabt nämlich um zu testen, wie ich so etwas durchstehen würde. Das ist ja ein richtiger Psychostress für die Leute. Andererseits: Auf lange Frist hin ist diese schnelle "Retortenkarriere" wohl gar nicht so gut. Ich gehöre nicht zu den oberen Top Acts, aber ich bin jung und kann noch viel erreichen. Bei mir ging es immer schrittweise nach oben und ich habe mich im guten Mittelfeld etabliert das ist sensationell für mich. Es gibt schließlich auch Nachteile, wenn man so hyperbekannt ist.
Und ich weiß nicht, ob ich es so toll fände, auf der Bühne zu stehen und nur kreischende Teenies vor mir zu haben. Das wär' fast ein bisschen nervig! (lacht)
FN: Hätte Sie solch ein Moderationsjob, wie ihn jetzt Florian Silbereisen von Carmen Nebel übernommen hat, auch gereizt?
THOMAS: Wenn sich ein Weg auftun würde, so etwas auszuprobieren warum nicht? Ich bin gerne offen für etwas Neues. Aber es wäre keine grundlegende Richtung für mich. Denn vom Herzen her bin ich Sänger.
FN: Wie gehen die Leute in Alpirsbach mit Ihrer Popularität um?
THOMAS: Ganz locker! Für die bin ich der Oli von nebenan. Erst vor kurzem trat ich dort wieder mal auf. Es ist schön, auf der Heimatbühne zu stehen und die Menschen alle zu kennen!
FN: Haben Sie auch schon schlechte Erfahrungen im Showbusiness gesammelt?
THOMAS: Das macht jeder mal durch und es gehört wohl dazu. Mir ist das auch schon passiert. Aber jetzt bin ich absolut happy und es läuft sensationell gut. Ich bin sehr zufrieden.
FN: Wie erkennen Sie, ob jemand Sie als Mensch mag und sich nicht nur in Ihrem Ruhm sonnen will?
THOMAS: Man entwickelt eine gewisse Menschenkenntnis, aber dennoch wird man aus vielen nicht so richtig schlau. Aufpassen muss man schon. Ich versuche jedoch, zu allen nett zu sein und wünsche mir, dass alle auch nett zu mir sind.
FN: Können Sie gut "nein" sagen?
THOMAS: Das musste ich in diesem Geschäft auch erst einmal lernen. Ich versuche, ein gesundes Mittelmaß zu finden, dann passt das schon.
FN: Als "Star" werden Sie nicht gerne bezeichnet. Warum?
THOMAS: Weil ich gerne wie der Oliver von nebenan behandelt werden möchte. Ich will so sein wie ich bin und mich auch so präsentieren.